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Tag #2: Die Kleinigkeiten, von denen keiner spricht

Höre hier hinein. Unten findest du auch das Transkript zum Nachlesen.

Das Transkript #Tag 2

Hi, heute bin ich wieder da. Und dieses Mal erzähle ich dir von etwas, was mich schon immer an der deutschen Sprache fasziniert hat.

Es geht um die Liebe zum Detail.

Um die Kleinigkeiten, die ‘was ausmachen.

Gestern hast du schon mitbekommen, dass ich immer Angst vor Fehlern hatte… aber diese Angst hatte auch ‘was Gutes an sich. Sie hat eben auch ‘was Positives mit sich gebracht.

Und zwar… hat sie mir beigebracht, besonders aufmerksam zu sein.

Hä, was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

Naja, wenn ich fehlerfrei sprechen wollte, musste ich auf die kleinen Details aufpassen, auf die Artikel und die Endungen.

Und die deutsche Sprache ist ganz reich an so ‘was. Es gibt so viele möglichen Endungen - beim Artikel, beim Adjektiv, bei der Pluralform, bei der Verbkonjugation - es gibt soooo viele Möglichkeiten alles falsch zu machen. Aber damit will ich dich heute nicht langweilen.

Ich meine ein paar andere Details, die mir erst bewusst geworden sind, als ich nach Deutschland gezogen bin und mit echten Menschen angefangen habe, zu kommunizieren.

Es waren die Partikeln, die Redewendungen und die unterschiedlichen Redensarten, die die Sprache meiner Meinung nach so authentisch und so lebendig machen.

Guck mal.

Die schriftliche Sprache ist so präzise, so überlegt, so sauber und manchmal fast zu wissenschaftlich und steril. Natürlich hängt es vom persönlichen Stil ab und was für einen Text man schreibt, aber für mich hatte die schriftliche Sprache immer etwas mit Lehrbüchern zu tun. Mit einer Norm, an die wir uns mehr oder weniger halten müssen. Und weil man sich die Sachen immer mehrmals durchlesen kann, dann hat ein geschriebener Text immer etwas Poliertes an sich. Etwas Überarbeitetes, etwas Verbessertes.

Die gesprochene Sprache hingegen ist spontan, ungezwungen, frei, manchmal unüberlegt und unperfekt. Sie ist anders. Viel persönlicher und einzigartiger. Und das ist, was ich am Sprechen mag.

Das ist, was mich so daran fasziniert hat. Dass sich im Prinzip jeder Sprecher und seine Persönlichkeit in seiner Rede widerspiegeln.

Erst beim Sprechen mit anderen Menschen habe ich festgestellt, wie die Sprache tatsächlich gebraucht wird. Und ich war auch sehr überrascht, dass es manches gibt, was gar nicht so oft gesagt wird.

Zum Beispiel die Tonnen von Grammatikübungen mit Präteritum oder Plusquamperfekt - ich habe diese Formen ganz selten gehört. Genauso die indirekte Rede und der Konjunktiv I. Es sei denn die Menschen benutzen den Ausdruck „es sei denn“ :-) Da denkt man sich, warum mussten wir soooo viele Übungen damit machen, wenn die Menschen es kaum benutzen?

Aber gut, mit irgendwas mussten wir uns schon im Deutschunterricht beschäftigen.

Nur fand ich es schade, dass wir so wenig über die echte, lebendige, gesprochene Sprache gelernt haben.

So wie die Deutschen halt reden.

Eben.

Mit diesen kleinen Partikeln, die sie hier und da gerne einfügen, um das Gesagte ein bisschen freundlicher zu machen:

Wie machst du das denn?

Sag mal.

Das klingt doch ganz anders.

Ja, so klingt halt die authentische Sprache.

Sie ist nun mal so.

Voller Partikeln eben.

Man muss bloß genauer hinhören.

Schon ziemlich interessant, was?

Du hast sie auch wohl bemerkt, oder?

Und eigentlich gar nicht so kompliziert.

Da sind ja ein paar davon:

denn - mal - doch - halt - nur - eben - bloß - ja - schon - wohl - eigentlich

Solche kleinen Wörterchen sind schuldig daran, dass die gesprochene Sprache so anders klingt. Völlig anders. So richtig lebendig.

Und so wollte ich halt auch klingen. Lebendig und authentisch.

Und nicht wie aus so 'ner alten Kassette von „Berliner Platz“:

Guten Tag, Herr Schmidt!

Guten Tag, Frau Müller, wie geht es Ihnen?

Danke gut, und Ihnen?

Danke auch gut.

Jahre später lief ein echter Dialog auf der Arbeit eher so ab:

Hallo Herbert! Morgen!

Ah, moin, Monika! Na, alles gut?

Na ja, viel zu tun halt, wie immer. Möchtest du vielleicht 'nen Kaffee?

Jöö, nehme ich gerne. Warte mal kurz, ich schmeiße mal schnell meinen Rechner an und komm’ wieder, ok?

Jaaaaa, das ist authentisch. Das ist echt. Das ist lebendig. Auch unperfekt, aber real.

Und so wollte ich eben auch klingen.

Ich kann mich nicht d’ran erinnern, wie unsere Lehrerin den Gebrauch der Partikeln erklärt hat. Aber ich weiß, dass seitdem ich selbst angefangen habe, d’rauf zu achten, konnte ich diese kleinen Wörterchen überall hören.

Und ich wollte sie auch adoptieren :-)

Jaaa, ich wollte auch real und lebendig klingen.

Und ab dann klang meine Rede völlig anders.

Woher wusste ich eigentlich, wie man sie richtig benutzt?

Ehrlich gesagt, keine Ahnung!

Ich habe einfach genau zugehört und mir ganze Sätze gemerkt.

Ich habe die Menschen nachgemacht.

Schließlich wollte ich so sprechen wie sie, so halt.

Also habe ich angefangen sie zu kopieren.

Genauso wie die Kinder etwas hören und es sofort wiederholen.

So war’s halt auch bei mir.

Ich kenne aber auch viele, die das nicht machen.

Viele Lerner fragen, was die Bedeutung solcher Partikeln ist.

Wir machen ein paar Übungen und sobald sie feststellen, dass diese Partikeln keinen großen Bedeutungsunterschied haben, dass der Satz praktisch auch ohne sie existieren kann und gut verständlich ist, dann verzichten sie d’rauf.

So ganz minimalistisch.

Denen ist es einfach egal oder zu kompliziert… oder zu anstrengend.

Und ich kann es irgendwo verstehen.

Sie denken sich - was soll ich mich extra anstrengen und auch noch über die Partikeln nachdenken, wenn ich schon so viel Zeit und meine ganze Gehirnpower dafür verwende, um den blöden Akkusativ und Dativ und die ganzen anderen Wörter im Satz an die richtige Stelle zu bringen.

Naja…

Klar, wenn man es als Anstrengung sieht, dann kann man es auch sein lassen.

Aber ich glaube, es ist egal, ob wir über Partikeln, Adjektivendungen oder Aussprache sprechen. Manche Menschen schaffen es perfekt oder ganz ähnlich wie Muttersprachler eine Fremdsprache zu erlernen. Und andere halt nicht…

Und es ist nicht nur eine Frage der Einstellung.

Talent? Mmmm, vielleicht ein bisschen.

Logisches Denken, Motivation, Sprachneigung…

Es sind mit Sicherheit mehrere Faktoren, die dafür verantwortlich sind…

Aber das will man doch nicht hören, oder?

Jeder will wissen, was die magische Formel ist, um erfolgreich eine Sprache zu lernen.

Für mich ist der Erfolg fest in unserer Identität verankert.

Und was genau ich damit meine… das erzähle ich dir morgen.

Und jetzt schließen wir Tag #2 der Challenge ab, mit den Worten: Die große Macht liegt in der Summe der Kleinigkeiten. Die Kleinigkeiten, die mit Liebe gemacht und ausgeführt werden.

Meine Fragen an dich:

Achtest du auch auf die Details und die Kleinigkeiten beim Sprechen oder beim Schreiben?

Was fasziniert dich an der deutschen Sprache? Versuche in deiner Antwort und in deinen Kommentaren eine der Partikeln zu benutzen:

denn - mal - doch - halt - nur - eben - bloß - ja - schon - wohl - eigentlich

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