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Tag #6: Vokabeln lernen - wie kann ich meinen Wortschatz erweitern?


Wie lerne ich am besten Vokabeln?

Welche Methoden funktionieren? Welche nicht?

Was ist die beste Methode zum Vokabellernen?

=> Hör dir meinen Beitrag zum Tag #5 der 30-Tage-Challenge an zum Deutschsprechen an.

Und erzähl mir in die Kommentare unten:

Wie lernst du am liebsten Vokabeln?

Was hat schon bei dir gut funktioniert und was nicht?

Transkript

Deutsch sprechen: Die 30-Tage-Challenge.

Hallo, hallo. Hier bin ich wieder - deine Dilyana. Bei mir ist gerade schon kurz nach Mitternacht. Zeit zum Schlafen, aber versprochen ist versprochen. Ich werde dir heute ein paar Ideen zum Vokabelnlernen geben. Ich weiß, es ist ein wichtiges Thema für dich, weil das immer DAS Problem beim Deutschlernen ist - ich muss mehr Vokabeln lernen, ich muss meinen Wortschatz erweitern.

Ja, diese Challenge wird langsam anstrengend, auch für mich. Die ersten 5 Tage gingen irgendwie relativ flott, aber heute zum Beispiel hatte ich super wenig Zeit und jetzt würde ich auch lieber ins Bett gehen. Zuerst mache ich aber dieses Video fertig und schicke es dir, damit du es dir morgen früh beim Kaffeetrinken anhören kannst :-)

Und das Thema Wortschatz ist auch eine Herausforderung an sich, nicht wahr?

Das haben Herausforderungen an sich. Sie werden anstrengend. Nicht schwierig, aber sie kosten uns eine Überwindung.

Da man es regelmäßig macht. Egal was.

Und es ist viel zu früh, um aufzugeben, oder? :-)

Also, Vokabeln lernen.

Was wolltest du genau darüber wissen?

Stell dir ein Haus vor.

Um ein Haus zu bauen, braucht man Bausteine.

Dein Deutsch ist auch wie ein Haus. Und was sind die Bausteine?

Die Wörter natürlich. Ohne Wörter, kein Haus :-)

Aber wie lernst du sie?

Eigentlich ist es egal, wie du Wörter lernst, Hauptsache, du lernst sie.

Aber was ist das Problem beim Vokabelnlernen?

Irgendwann ist es langweilig, immer nur Wörter zu wiederholen und wenn man sie braucht, kann man sich nicht daran erinnern.

Ich hatte in der Schule so ein ganz klassisches Vokabelheft - auf der linken Seite schrieb ich die Wörter auf Deutsch und auf der rechten Seite - die Übersetzung auf Bulgarisch. Natürlich alle Wörter mit Artikel und Pluralform dazu. Bei den Verben haben wir immer alle drei Formen - Präsens, Präteritum und Perfekt mit dazu gelernt. Später auch mit Präpositionen in verschiedenen Farben - grün für Akkusativ und rot für Dativ.

Das passierte immer im Unterricht, während wir einen neuen Text lasen oder ein Wort nicht kannten. Dann musste ich jedes neue Wort 20 Mal aufschreiben.

Jedes Wort - 20 oder 30 Mal aufschreiben.

Da denkt man sich - hatte unsere Lehrerin eine Fabrik für Papier und Kugelschreiber und wollte uns ihr Zeug verkaufen oder warum hat sie uns die tolle Methode vorgeschlagen?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.

Als Erinnerung davon ist mein Mittelfinger immer noch deformiert. Vom vielen Schreiben und Festhalten des Kulis.

Ich habe in meinem Studium als Deutschlehrerin von dieser Methode nie gehört.

Jedenfalls habe ich so den größten Teil meiner neuen Vokabeln gelernt - zwischen 50 bis 100 pro Tag.

Als Wiederholung deckte ich dann die eine Seite meines Vokabelheftes ab und fragte mich ab: Wie heißt das Wort? Kann ich das? Wenn nicht - noch 10 bis 15 Mal aufschreiben - damit ich es mir schön merke.

Vielleicht ist das eine gute Methode für Teenager. So lernt man, dass alles im Leben mit viel Arbeit und Fleiß kommt. Und vor allem dass es lange dauert.

Vokabeltest und Korrektur

Vokabeltest und Korrektur

Jeden zweiten Tag haben wir einen Vokabeltest gemacht. Benotet natürlich. Damit wir schön motiviert bleiben und fleißig weiter unsere Vokabeln aufschreiben.

Das war die Methode in unserem Fremdsprachengymnasium in den 90-ger Jahren. Vielleicht auch bis heute noch. Ich weiß es nicht. Aber man erkennt die Leute an dem deformierten Mittelfinger bestimmt :-)

Im Studium habe ich über die geniale Idee gelernt, dass man anstatt im Vokabelheft, die Wörter auf Kärtchen aufschreiben könnte. Auf der einen Seite auf Deutsch, auf der anderen Seite in der Muttersprache.

Wer super kreativ ist, kann gerne auch etwas dazu malen.

Oder vielleicht einen Beispielsatz dazu schreiben.

Die modernen Apps benutzen diese Methode auch. Es gibt Hunderte davon.

Meine 2 Lieblings-Apps

von einer späteren Zeit als ich Italienisch gelernt habe, waren Babbel, Quizlet und auch Pons. Babbel ist eine bezahlte App, aber relativ günstig. Man kann damit auch gut Konjugationen üben, neue Wörter lernen und sie in kleine Übungen und kurze Dialoge einsetzen.

Ich habe es vielleicht 2 Monate lang gemacht und irgendwann nach 1 Jahr festgestellt, dass ich die App überhaupt nicht mehr benutze und endlich wieder gekündigt.

Bei Quizlet und Pons kann man sich eigene Vokabellisten erstellen und sie mit anderen Lernern teilen oder ihre Listen mitbenutzen. Pons ist auch noch ein Online-Wörterbuch. Das Coole dabei ist, dass wenn man nach einem Wort sucht, man es sofort dann zur Vokabelliste hinzufügen kann und später noch wiederholen kann.

Vorschau Pons-Vokabeltrainer und Online-Wörterbuch

So was gibt es noch für Methoden?

Die Loci-Methode, auf die Gedächtnis-Trainer schwören. Mit dieser Methode kann man sich gut Sachen in einer bestimmten Reihenfolge merken. Dazu wählt man bestimmte Gegenstände in einem Raum und man stellt sich die neue Vokabel in Verbindung mit diesem Gegenstand vor. Jedes Mal, wenn man an diesen Gegenstand denkt, erinnert man sich an die Vokabel.

Diese, sowie alle anderen mnemotechnischen Lerntechniken sind schon ziemlich interessant, solange der Trainer sie vorstellt. Aber sobald ich so was meinen Studenten vorgestellt habe, haben alle gesagt: Ich glaube, ich bin nicht so kreativ.Kannst du mir bitte eine Liste mit allen Vokabeln geben?

Ja, Listen lieben wir alle.

Man hat das Gefühl, wenn man eine Liste hat, hat man das Wichtigste.

Man muss es dann nur lernen.

Nur lernen.

Aber warum bleiben die Listen nicht so einfach im Kopf?

Bei unseren Vokabeltests in der Schule konnte ich mich wunderbar erinnern, wo das Wort im Vokabelheft stand. Auf der rechten Seite, das dritte Wort von unten nach oben, aber was dieses Wort war… das wusste ich in dem Moment natürlich nicht.

Das ist, wofür eine Liste gut ist. Zum Sammeln an Informationen, aber zum Abrufen?

Wenn nichts Anderes hilft, kannst du ja immer die Suggestopädie ausprobieren. Laut dieser Methode lernt man im Schlaf. Oder kurz davor und kurz danach. Prof. Lozanov, der Erfinder dieser Methode, auch ein Bulgare übrigens, behauptet, dass unser Gehirn besonders aufnahmefähig ist, wenn wir ganz entspannt sind, also kurz bevor wir ins Bett gehen und kurz nach dem Aufstehen. Man könnte also die zu lernenden Vokabeln abspielen und sie quasi unbewusst lernen. Ob man sie aber schon am Morgen danach gleich alle kann, bezweifle ich. Diese Methode gibt es eben auch.

Und wenn wir beim Abspielen und Zuhören sind, dann hast du es bestimmt auch schon probiert, mit Musik zu lernen. Schöne deutsche Lieder, die uns zum Mitsingen animieren - das ist doch das Beste, oder? Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir alle zusammen… Ein Student von mir lernte wunderbar auf diese Art und Weise ganze Lieder. Er hat zwar nicht immer alles verstanden, was er sang, aber hat immer gerne im Auto deutsche Musik gehört und singt auch heute noch mit voller Kraft seine Lieblingslieder von den Toten Hosen oder Xavier Naidoo.

Hast du auch ein paar schöne deutsche Lieder, bei denen du gerne mitsingst?

Ich kann dir gerne ein paar Links unter diesem Video verlinken. Und du kannst das natürlich auch machen. Wenn jeder ein paar gute deutsche Lieder postet, sammeln wir vielleicht auch ein ganze Menge an unterschiedlichen Musikrichtungen. Da ist bestimmt etwas für jeden dabei.

Ja, und durch die Melodie und den Reim lernt man auch so schön die Aussprache und die Grammatik mit. Grammatik auch? Ja, bei uns im Unterricht haben wir uns immer darüber lustig gemacht, dass unsere Lehrerin uns Kinderlieder vorgesungen hat. Ein kleiner, 2 kleine, 3 kleine Indianer, 4 kleine, 5 kleine, 6 kleine Indianer, 7 kleine, 8 kleine, 9 kleine Indianer, 10 kleine Indianer hier. Aber so habe ich es mir immer gut merken können, dass die Adjektivendung nach den Zahlen nur ein -e ist: 2 kleine, 3 kleine, usw. Nur bei eins hängt es vom Geschlecht ab - ein kleiner Indianer.

Also welche dieser Methoden ist die beste?

Ich denke, das ist gar nicht die Frage hier.

Die Frage lautet nämlich: Welche dieser Methoden kannst du regelmäßig nutzen, ohne dass es dir super langweilig wird? Und ich glaube, das ist das größte Problem beim Vokabelnlernen. Nicht die Methode, sondern die Ausdauer und die regelmäßige Wiederholung ist, was bei Vokabelnlernen hilft.

Deshalb sind die Vokabel-Kärtchen so beliebt. Weil man sie nach Zeitabständen sortieren kann und nach einem Tag, 2 Tagen, nach 1 Woche und nach einem Monat wieder wiederholen kann. Nur so garantiert man, dass sie ins Langzeitgedächtnis landen.

Und stupide Wiederholung ist nicht der einzige Weg.

Dein Gehirn ist nicht so dumm. Es liebt Relevanz und behält alles, was du als wichtig empfindest. Ob etwas wichtig ist oder nicht, das entscheidet sich oft je nachdem, wie oft du es brauchst.

Deshalb ist es wichtig, dass die neuen Wörter mit den alten Konzepten durch mehrere, verschiedene Impulse verknüpft werden.

Was heißt das?

Das heißt, dass wenn du ein neues Wort lernst, du auch deinem Gehirn signalisieren musst - Hey, das ist wichtig. Ich muss dieses Wort lernen. Dein Gehirn erkennt das an den Emotionen, die du damit verbindest.

Relevant ist oft auch alles, was uns persönlich betrifft.

Deshalb ist es so wichtig, das Wort in einem eigenen Satz zu benutzen.

Wenn du den Kontext für das neue Wort schaffst und es mit einer konkreten Erinnerung verknüpfst, also etwas, was du selbst erlebt hast, dann weißt dein Gehirn, dass dieses Wort dich persönlich betrifft und nicht irgendeine Karin oder Jörg aus dem Lehrbuch.

Assoziationen und die so genannten Eselsbrücken

sind da auch besonders hilfreich, weil sie auf schon gelernten Informationen basieren.

Hier ist Beispiel für eine Eselsbrücke.

Ich wollte mir zum Beispiel merken, wie man die Menschen auf Arabisch begrüßt.

Den Satz “Salam Aleqom” konnte ich mir deshalb so gut merken, weil ich mir etwas vorgestellt habe, was sehr sehr ähnlich klingt. Und zwar: Salami - Salam - für alle - alleqom.

Wenn ich mich an den Satz erinnere, stelle ich mir immer vor, wie Araber Salami für alle mitbringen und so habe ich mir Salam Alleqom gemerkt.

Es klingt verrückt und es hat nichts mit "Guten Tag" zu tun. Aber unser Gehirn mag Sensationen und verrückte Beispiele.

Und das Beste ist, wenn wir auch noch andere Sinneswahrnehmungen hinzufügen.

Kennst du das, wenn du ein bestimmtes Parfüm riechts und es dich sofort an eine bestimmte Person erinnert? Oder ein Lied im Radio hörst und du an diesen einen Sommer oder an diese eine Party denkst. Genau das meine ich.

Wenn wir Sachen persönlich erleben, merken wir uns auch oft, was wir dabei gehört, gefühlt, gerochen oder gesagt haben. Und bei so vielen verschiedenen Impulsen hat unser Gehirn keine Wahl außer zu sagen: Ok, das behalte ich mir für später.

Aber wie soll man denn bitte schön die neuen Vokabeln fühlen?

Soll man sich die Vokabelkärtchen eins nach dem anderen auf den Kopf reiben, damit man sie lernt?

Nein! Mit Gefühlen meine ich positive oder auch negative Emotionen. Denk doch an diese peinliche, unangenehme Situation, als du etwas gesagt hast und dabei etwas ganz Anderes gemeint hast. Wie eine Studentin von mir einmal zu mir meinte: Dilyana, guck mal, ich habe gestern so ein schönes Foto geschissen?

Bitte was?

Ein Foto geschissen. Foto schießen heißt es doch oder?

Ja, Foto schießen schon, aber die Perfektform ist geschossen.

Geschissen ist die Perfektform von scheißen. Und das tut man auf der Toilette.

Peinlich, peinlich!

Aber diesen Fehler macht sie bestimmt nicht noch einmal im Leben.

Sie hat sich diese Form einmal und für immer gemerkt.

Vielen Dank, liebe Fehler! Aus euch kann man so wunderbar lernen.

Und was ist meine Lieblingsmethode, um meinen Wortschatz zu erweitern?

Ich denke, am liebsten lerne ich in der Konversation mit anderen Menschen.

Ich bin immer so beeindruckt von den Geschichten, die andere Menschen zu erzählen haben, dass ich mir gerne auch dabei merke, welche Wörter sie benutzt haben. Und wenn ich etwas nicht verstehe, dann frage ich sie. Sie erklären es mir und ich versuche es selbst mehrmals danach zu benutzen, um es mit bestehenden Informationen gut zu verankern.

Ja, im Prinzip ist es relativ egal, welche Methode du benutzen möchtest. Gerne kannst du auch unterschiedliche kombinieren. Wichtig ist, dass du es regelmäßig machst.

Wie kannst du es tun?

Verknüpfe das Vokabelnlernen mit einer bestehenden Gewohnheit von dir.

Ich gebe immer als Beispiel, das, was ich Zähne-putzen-Methode nenne.

Du schreibt 7 neue Wörter auf einem Zettel und klebst den Zettel an den Badspiegel an.

Damit garantierst du, dass du diese 7 Wörter mindestens 2 Mal am Tag wiederholst - einmal morgens und einmal abends, während du deine Zähne putzt. Und da dies auch die entspannteste Zeit ist, suggerierst du deinem Gehirn, es soll sie bitte zum festen Wortschatz hinzufügen.

Und bitte nicht vergessen, deine Zähne zu putzen, nur weil du keine Lust hast, neue Vokabeln zu lernen :-)

So jetzt ist bei mir auch Zeit zum Zähneputzen. Ich hoffe, du hast ein paar nette Ideen bekommen und greifst sofort zur persönlichen Anwendung.

So wird’s also persönlich und relevant für dich:

Erzähl mir: Was ist deine bewehrte Methode beim Vokabelnlernen?

Welche dieser Methoden, von denen ich spreche, hast du schon ausprobiert? Was hat gut funktioniert und was weniger?

Welche Methode möchtest du noch ausprobieren?

Schreib mir in die Kommentare.

Deine

Dilyana

Kennst du schon meine Vokabel-Lern-Challenge?

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