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Tag #4: Sprachliche Unabhängigkeit


Happy 4th of July, dear American friends!

Diesen Beitrag habe ich am 4. Juli erstellt - dem Tag der amerikanischen Unabhängigkeit!


Und ich erzähle dir davon, wie ich mich entschieden habe, sprachlich unabhängig zu werden :-)

Was meine ich damit und wie kannst du es auch tun?

Indem du die Frage für dich beantwortest:

Wann hast du genug Deutsch gelernt? Was ist gut genug?

Hier ist mein Beitrag zum Thema:

Das Transkript #Tag 4

Здравейте приятели (Bulgarisch)

Ciao amici (Italienisch)

Hello friends (Englisch)

Ni hou ma (Chinesisch)

Hola amigos (Spanisch)

Hello baràtok (Ungarisch)

Sala Aleqom (Arabisch)

Здраствуйте друзя (Russisch)

Merhaba arkydaşlar (Türkisch)

kaixo lagunak (Baskisch)

Cześć, Przyjaciele (Polnisch)

Hi kawan (Indonesisch)

marhaban bel asdikaa (Arabisch)

Hej venner (Dänisch)

Olà amigos (Portugiesisch)

ⴰⵣⵓⵍ ⵉⵎⴷⴷⵓⴽⴽⴰⵍ Aussprache: azul imddukkal (Tamazight, Berberisch)

Pershendetje, miq (Albanisch)

Pozdrav, prijatelji (Kroatisch)

Hello zanmim (Creolisch)

Привіт друзі (Ukrainisch)

سلام دوستان Aussprache: Sa-lam-Dos-tan (Persisch)

Salama ry namana (Madegassisch)

Ahoj přátelé (Tschechisch)

Sveiki, draugai! (Litauisch)

Haye saaxibayaal (Somalisch)

Es gibt sooo viele schöne Sprachen auf dieser Welt…

Danke an euch alle, die unter meinem Foto auf Facebook kommentiert habt und in eurer Muttersprache uns begrüßt habt.

Ein Leben würde mit Sicherheit nicht reichen, um sie alle zu lernen.

Und damit meine ich nicht nur die Wörter dieser Sprachen, sondern auch die Länder, in denen sie gesprochen werden… die Menschen, die sie sprechen.

Jede Sprache ist einzigartig! Jede Sprache erzählt die Geschichte einer Nation, eines Landes, einer Stadt oder eines Dorfes…

Manche Sprachen werden sogar nur von wenigen Sprechern eines Stammes gesprochen. So zählt man heutzutage mehr als 6000 Sprachen.

Und genauso einzigartig sind auch die Menschen, die diese Sprachen sprechen.

Ich finde, es gibt nichts Interessanteres auf dieser Welt, als wenn man irgendwohin reist und eine Person trifft, die einem ihre Geschichte erzählt.

Kennst du das?

Oft fährt man im Bus, man steht an der Haltestelle oder geht im Park spazieren und plötzlich kommt irgendeine nette Oma oder ein alter Opa und erzählt uns einfach etwas von sich… wie das Leben früher war, als sie jung waren…

Ach, einfach goldig!

Jeder Mensch, egal ob jung oder alt, egal aus welchem Land oder aus welchem Dorf er oder sie kommt, jeder Mensch hat eine interessante Geschichte zu erzählen. Und das gilt auch für dich…

Als ich früher größere Deutschkurse unterrichtet habe, war das mein Lieblingsteil des Unterrichts… als jeder sich vorgestellt hat und gesagt hat: Ich komme aus… und dann kommen alle diese möglichen Ländernamen… von manchen hatte ich selbst noch nie gehört.

Es war ein unglaubliches Gefühl, eine große Ehre für mich vor einer Klasse voller Menschen aus der ganzen Welt zu stehen. Und sie alle eine gemeinsame Sprache zu unterrichten - Deutsch. Hallo! Guten Tag!

Warum Deutsch?

Hm…

Heute ist der 4. Juli - der Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich glaube, fast jeder kennt den Nationalfeiertag der USA, oder?

Und ich wollte heute mit dir genau darüber sprechen - über die Unabhängigkeit. Ich meine nicht die politische Unabhängigkeit, sondern die sprachliche.

Wir sprechen heute über die sprachliche Freiheit.

Über das Gefühl, was es eigentlich bedeutet, eine Sprache fließend zu sprechen, oder zumindest gut genug, dass man sich frei in dieser Sprache ausdrücken kann. Ohne lange nach Wörtern zu suchen, ohne viel zu überlegen, wie man etwas mit Händen und Füßen erklärt… sondern wie man einfach frei aus der Seele spricht…

Ach ja! Welche Sprache ist das für dich?

Deine Muttersprache vielleicht?

Mit den Jahren habe ich viele bemerkenswerte Menschen getroffen. Manche von denen sprachen nicht nur eine, sondern oft 2, 3 Fremdsprachen fließend.

Viele Deutschlerner schreiben in ihren E-Mails oder in ihren Kommentaren auf Facebook oder YouTube, dass sie fließend Englisch, Spanisch oder Französisch sprechen… aber dass sie sogar nach Jahren immer noch Probleme mit der deutschen Sprache haben.

Die deutsche Sprache sei kompliziert. Die Grammatik sei wie so ein Irrgarten, aus dem man keinen Ausweg findet.

Jaaaa, ich weiß.

Wem sagen sie das? Und trotzdem habe ich mit den Jahren auch Menschen getroffen, die sooo so so schön Deutsch sprechen. Ausländer natürlich, die aus den USA, aus Frankreich, aus Russland, aus Italien oder aus Lettland, aus Litauen oder aus China kamen und die deutsche Sprache perfekt gelernt haben. Fast ohne und machmal sogar komplett ohne Akzent!

Ob es möglich ist… ja, natürlich! Und man hat soooo viel Respekt davor!

Ich kriege Gänsehaut, wenn ich davon spreche.

Du bestimmt auch, oder?

Weil man eben weiß, wie viiiiel Arbeit dadrin steckt.

Es sind mehrere Jahre Übung, Hingabe und Engagement! Oft wirken oder besser gesagt klingen diese Menschen wie Wunder! Man fragt sich: Wie ist es möglich, dass du diese Sprache so perfekt beherrschst… und ich nicht? Hahaha

Und bitte, versteh mich nicht falsch!

Mein Ziel ist nicht, dich zu überreden, auch so zu sein.

Es mag jetzt erstmal so klingen! Aber meine Botschaft heute an dich ist eine andere.

Eigentlich genau das Gegenteil!

Ich bin der Meinung, dass nicht jeder jede Sprache perfekt beherrschen soll!

Um Gottes Willen!

Sprachen sind unperfekt, wie ihre Sprecher. Und es gibt nichts Charmanteres als ein ausländischer Akzent, der auf die Herkunft seines Sprechers sanft hindeutet.

Ich möchte mit dir heute über die Unabhängigkeit und die Freiheit sprechen.

Diese Freiheit, die man verspürt, wenn man sich bewusst entscheidet, eine Sprache zu lernen, oder eben nicht.

Richtig! Ich behaupte, dass viele Leute fälschlicherweise glauben, dass sie perfekt Deutsch sprechen müssen.

So ein Schmarrn!

also Quatsch!

Man muss weder Deutsch, noch Englisch, noch sonst was perfekt können.

Aber warum wollen das so viele Leute?

Warum glauben so viele, dass wenn sie nicht perfekt Deutsch sprechen, die Welt untergehen würde… dass sie schlechtere Menschen sind oder was weiß ich.

Die Welt wird nicht untergehen, wenn man mit Fehlern spricht. Fehler machen Muttersprachler doch auch! Die ganze Zeit!

Ja klar, zeigt man Respekt vor der Kultur, in der man zu Gast ist.

Ja klar, will man nicht für ungebildet oder für einen Parasit gehalten.

Aber hat das jemand schon zu dir gesagt?

Du bist eine schlechte Person, weil du die Sprache nicht kannst!

Hast du das schon mal gehört?

Ich schon. Aber nicht in Deutschland, sondern in Italien… Gut, das ist jetzt eine andere Geschichte. Und ich bin sicher, die könnte überall auf der Welt passieren.

Heute schlage ich vor, du solltest mit der deutschen Sprache einen Pakt schließen, also eine Erklärung der Unabhängigkeit unterschreiben.

Und in dieser Erklärung soll es um deine Freiheit gehen.

Um die Freiheit, dich mit oder ohne Deutsch frei zu fühlen.

Und nicht so wie ein Sklave.

Du sollst nicht darunter leiden, dass du Deutsch nicht gut kannst. Nein! Deutsch ist keine Krankheit. Du kannst ohne Deutsch gut leben, selbst in deutschsprachigen Ländern.

Es geht immer irgendwie.

Früher habe ich anders gedacht.

Nur weil ich gefühlte 100 Jahre lang Deutsch gelernt habe, und mir von meiner Deutschlehrerin eingetrichtert wurde, dass ich noch nicht gut genug bin, oder wie sie zu sagen pflegte “Wir seien nicht konkurrenzfähig” glaubte ich, dass jeder der nach Deutschland kommt oder im Ausland lebt, die Sprache dieses Landes zu lernen hatte. So gut wie möglich.

Später als Lehrerin habe ich es auch versucht, das Gleiche zu predigen.

Deutsch ist wichtig. Du kannst es schaffen. Guck mal, wenn ich es geschafft habe, dann kannst du das auch! Komm schon!

Na, na, nah… das bringt nichts.

Ich habe auch Englisch gut gelernt. Und als wir 2013 nach Italien gezogen sind, dachte ich mir… so jetzt Crashkurs Italienisch - In 90 Tagen muss ich die Sprache mindestens auf B1 beherrschen. Ein Jahr später - B2 und je nachdem, wie lange wir bleiben, dann auch besser.

Warum eigentlich?

Nachdem die ersten 3 Monate rum waren, konnte ich mich schon einigermaßen verständigen. Und ehrlich gesagt… das war absolut ausreichend!

Si, potevo dire qualcune cose e potevo parlare con qualcuni viccini… e basta.

Ich fühlte mich zufrieden mit meinen Italienischkenntnissen.

Einerseits weil ich eine Arbeit hatte, die ich perfekt auch ohne Italienisch ausüben konnte. Andererseits weil ich nicht viele Freunde hatte oder die Gelegenheit, Italienisch zu sprechen.

Aber ich habe mich schuldig gefühlt.

Wie konnte ich so viele Jahre lang meinen Studenten in Deutschland erzählen - Na, komm, du kannst es auch besser. Gib nicht auf.

Und jetzt auf einmal lebte ich in dieser schönen mittelalterlichen Stadt in der Toskana und hatte 0 Motivation, mein Italienisch weiter zu verbessern.

Keine gute Lehrerin, keine Freunde, keine Kollegen, keine Kontakte… und wenn überhaupt welche, dann konnten wir uns auch super auf Englisch unterhalten.

Was war los? Ich war doch diejenige, die immer behauptet hat: Wer will, kann es auch! Es gibt genug Gelegenheiten dafür.

Ja, die gibt es! Und wenn es sie nicht gibt, die kann man auch schaffen. Und das habe ich auch getan. Aber bis zu einem bestimmten Level. Und dieses Level war bei mir B1 und basta.

Natürlich wäre es schön gewesen, die Sprache noch besser zu lernen. Natürlich hätte ich mich viel freier gefühlt, wenn ich mich auf Italienisch so ausdrücken konnte, wie auf Deutsch oder auf Englisch… aber irgendwie hat es auch so ausgereicht.

Und was habe ich gemacht?

Unsere Zeit in Italien war plötzlich rum!

Ich musste jetzt eine neue Sprache lernen, und zwar… die schwierigste Sprache der Welt!

Jo napot kivànok!

Ungarisch!

Denn wir sind im August 2015 nach Budapest gezogen!

Budapest?

Meinst du Bukarest?

Warte mal, wo liegt das? Hahahah!

Bukarest ist die Hauptstadt von Rumänien - Es hat ein R in sich, so wie Rumänien.

Budapest ist die Hauptstadt von Ungarn.

Ja! Na, dann Prost, Malzeit sagen die Deutschen!

Habe ich Ungarisch gelernt? Oder lerne ich es immer noch?

Zu Beginn schon. Jetzt nicht mehr.

Ich kann ein paar Sätze sagen. Mein Niveau ist ein gutes A1.1 :-)

Und dieses Mal war DAS genug für mich.

Denn nach 40 Stunden Ungarisch mit einer Privatlehrerin, konnte ich noch nicht mal die Frage stellen: Wie heißt du?

Ich will jetzt nicht alle anderen Lehrer schlecht machen. Wir haben 3 Lehrer gewechselt und nach 9 Monaten war meine Motivation schon komplett im Keller, also weg.

Ich hatte mich so schön in der internationalen Community eingelebt, dass ich wunderbar alles auf Englisch erledigen konnte und kaum Ungarisch gebraucht habe.

Und ich glaube noch nicht mal, dass es sooo eine schwere Sprache ist.

Wenn die Ungarn es schaffen, andere Sprachen zu lernen, muss es auch möglich sein, dass andere ihre Sprache lernen können. Und die Beispiele gibt es auch. Ich kenne mehrere Ausländer in Budapest, die sehr schönes Ungarisch sprechen.

Aber ich habe bewusst die Entscheidung getroffen, dass ich keine Zeit darin investieren möchte.

Klingt das vielleicht zu arrogant? Oder ignorant?

Mag sein.

Vor 5 Jahren hätte ich auf jeden Fall Entscheidungen wie diese zu Tode kritisiert und beurteilt.

Aber jetzt bin ich in dieser Situation… und ich spreche aus meiner eigenen Erfahrung.

Und auch von dem Gefühl der Freiheit und der Unabhängigkeit.

Ich kann dir dies sagen: Es ist ein unglaublich schönes, beflügelndes Gefühl, wenn man DAS ausdrücken kann, was man möchte.

Dass man sich von diesen Seiten zeigen kann, die man von sich zeigen will.

Das Gefühl ist mir wohl bekannt… auf Bulgarisch, auf Deutsch und auf Englisch.

Aber ich musste es mir wirklich nicht noch ein Mal beweisen!

Hätte ich es auch auf Italienisch geschafft? Mit Sicherheit?

Könnte ich es auch auf Ungarisch machen? Vielleicht.

Aber es ist genauso beruhigend, wenn man sich auch bewusst dagegen entscheidet.

Man muss nicht immer alles machen. Man muss nicht alles perfekt können.

Man kann, wenn man möchte.

Aber bitte nicht als Gefangener einer Idee, die man um jeden Preis verwirklichen muss.

Neeeeiin!

Denn wenn man dadrunter leidet, wenn man sich zum Lernen zwingt und nur beschwert, wie schwierig alles ist und wie unmöglich alles ist… Das macht wirklich keinen Sinn!

Dazu ist das Leben viel zu kurz!

Dieser Gedanke hat dazu geführt, dass ich auch mein Konzept beim Unterrichten völlig umgeschmissen (=verändert) habe. So habe ich auch GermanSkills.com gestartet, nach dem Motto, dass man nur diese Skills, also Fähigkeiten ausbauen sollte, die man auch wirklich braucht. Relevanz ist für mich die oberste Tugend.

Lerne das, was du wirklich brauchst, nach deinem eigenen Tempo und nach deinen eigenen Zielen. Deshalb auch mein Appell an dich: Lerne also deine Freiheit zu schätzen und entscheide dich bewusst: für oder gegen den Perfektionismus.

Wie weit möchtest du gehen?

Was ist gut genug für dich?

Mein Deutsch ist meiner Meinung nach immer noch ausbaufähig, an meinem Englisch arbeite ich auch tagtäglich und alles Andere ist just nice to have.

Ich lasse mir aber meine Freiheit nicht nehmen und würde viel lieber meine Zeit in Sachen investieren, die mir auch wirklich wert sind.

Und du?

P.S. Beachte bitte, dass wenn du diese Unabhängigkeitserklrärung mit der deutschen Sprache unterschreibst, dies nicht für immer sein muss. Genauso wie sich Lebensumstände ändern, kann es auch sein, dass du deine Meinung änderst und dich jederzeit umentscheiden kannst, deine Deutschkenntnisse auf ein höheres Level zu bringen.

Für diesen Fall weißt du, wo du mich findest :-)

Anmelden kannst du dich immer noch: KLICK HIER

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