Von Ofenkartoffeln und dem Mut, Deutsch endlich zu „schmecken“ ✍🏽🥔
- Dilyana
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
„Endlich spüre ich, dass ich Deutsch nur für mich selbst lerne – und nicht mehr für die Gesellschaft.“

Als Ana mir diesen Satz nach unserer ersten Schreibwerkstatt schickte, wusste ich: Wir haben einen Nerv getroffen. Es ist der Moment, in dem die ständige „Autokorrektur“ im Kopf endlich Sendepause hat und Platz macht für etwas viel Wichtigeres: Dich selbst.

Der Vokal-Trick: Wie man den inneren Kritiker überlistet
Pünktlich zum #WelttagDerHandschrift haben wir etwas getan, was für viele C1/C2-Experten erst einmal absurd klingt: Wir haben gespielt. Wir haben die Kontrolle abgegeben.
Unter Steffis Anleitung haben wir uns einem Vokal verschrieben. Mein Ergebnis?
„Omas Ofenkartoffeln offenbaren sich ohne Ohnmacht, oder?“ 🥔
Es klingt albern, ja. Aber genau diese Albernheit ist der Türöffner. Wer über „Ofenkartoffeln“ lacht, vergisst für einen Moment die Angst vor dem falschen Artikel. Wir haben Deutsch in diesem Moment nicht mehr nur verwaltet oder analysiert – wir haben es uns auf der Zunge zergehen lassen.
Vom Spiel zur Tiefe: Wenn das Unsichtbare sichtbar wird
Doch die Leichtigkeit war nur der Anfang. In unserer Schreibwerkstatt sind wir von der Albernheit direkt in die Tiefe getaucht. In einer 3-Minuten-Kurzgeschichte, ohne Planung und ohne Filter, kam bei mir ein Satz heraus, der mich selbst erschreckt hat:

Inspiriert von dieser echten Protagonistin, die bei mir auf der Fensterbank um Aufmerksamkeit kämpft.

„Was soll ich noch tun? – Sterben.“
Das klingt hart.
Aber es ist die Realität vieler Gedanken, die wir in uns tragen, denen wir aber nie den Raum geben. Wenn wir uns hinter der Maske der „perfekten Sprache“ verstecken, bleiben diese Stimmen stumm und machen uns unsichtbar. In der Werkstatt haben wir diese Stimmen zurück ans Licht geholt.
Die Souveränitätslücke: Warum Grammatik nicht die Lösung ist
Dieser Prozess des Schreibens zeigt genau das, was ich auch in meinem aktuellen YouTube-Video mit Julia analysiere. Julia ist fachlich eine 10 von 10, doch sie leidet unter der sogenannten Souveränitätslücke.
Das Problem ist nicht, dass ihr Vokabeln fehlen. Das Problem ist die Diskrepanz zwischen:
Innen: Deinem komplexen Wissen, deiner Erfahrung und deiner tiefen Identität.
Außen: Einer Sprache, die sich oft noch wie ein Korsett anfühlt.
Solange du Deutsch nur für „die Gesellschaft“ oder für die Fehlerfreiheit lernst, wirst du diese Lücke nie schließen. Du musst anfangen, die Sprache mit deiner Identität zu verknüpfen.
Welcher Gedanke verdreht dir heute den Kopf? 🌀
Souveränität entsteht nicht durch das nächste Zertifikat. Sie entsteht, wenn du dir die Erlaubnis gibst, echt zu sein – auch auf Deutsch.
Vielleicht ist heute der Tag, an dem du dir selbst diese Erlaubnis gibst. Fang einfach an zu schreiben.
Ohne Bewertung.
Ohne die Gesellschaft im Nacken.
Spürst du, dass deine Blockade tiefer sitzt als nur auf dem Papier?
Lass uns gemeinsam herausfinden, wo du deine Souveränität verlierst.
Für diese Woche habe ich noch ein paar freie Beratungs-Slots:
Alles Liebe,
Deine Dilyana







